Human Design Autorität im Beruf - Erkenne, wie Arbeiten für dich funktioniert

Der Aspekt, der für innere Entscheidungsprozesse zuständig ist, wird im Human Design Autorität genannt. Unsere spezifische Autorität dient der Entscheidungsfindung. Entscheidungen werden besonders im Beruf viel zu häufig aus dem Kopf gefällt. Über Generationen hinweg wurden wir dazu konditioniert, nach Zahlen, Daten und Fakten zu beurteilen und daraufhin zu entscheiden. Das Human Design System will uns zeigen, diese angelernte Logik ist nur eine Erfindung des Menschen, die wir in der heutigen Zeit kritisch hinterfragen sollten. Unser Verstand ist vielmehr als Datenbank zu sehen, die hereinströmende Daten verarbeitet und abspeichert. Die Human Design Lehre zeigt uns mit den Autoritäten eine reizvolle Alternative, an Entscheidungsprozesse heranzugehen. Die Autoritäten im Human Design möchte ich in diesem Blog-Artikel mit Bezug auf dem Lebensbereich Beruf vorstellen. Selbstverständlich lassen sich die zentralen Prinzipien auch auf andere Lebensbereiche übertragen.

Ermittlung der Human Design Autorität

Im ersten Schritt finden wir unsere Human Design Autorität heraus, indem wir unser Chart erstellen lassen. Das können wir beispielsweise auf geneticmatrix.com vornehmen. Wie das funktioniert beschreibe ich hier. Definierte Zentren, also die ausgefüllten Elemente im Chart, sind die Basis für unsere Human Design Autorität. Den Charakter unserer definierten und offenen Zentren beschreibe ich hier.

Wir sollten mit einem gewissen Anfängergeist an die neue Art der Entscheidungsfindung herangehen. Wir dürfen unsere persönliche Autorität unseres Human Design Charts verfolgen und herausfinden, ob und wie die innere Autorität für uns funktioniert. Ob wir sofort Ergebnisse erkennen oder ob es mit der Erkenntnis etwas länger dauert, hängt stets von uns als Individuum und unserer Autorität ab.

Human Design Authority
Human Design Autorität - Entscheidungen treffen wir nach unserer persönlichen Autorität im Human Design

Emotionale Autorität im Beruf

Die emotionale Autorität ist die komplexeste aller Autoritäten. Ist unser Emotionszentrum definiert, besitzen wir immer eine emotionale Autorität. Wir haben einen beständigen Zugang zu unseren Emotionen und sind darauf ausgelegt innezuhalten, bevor wir Entscheidungen treffen. Unser Entscheidungsvermögen wird beeinflusst von einer emotionalen Welle, die kontinuierlich aufsteigt und wieder abfällt. Diese Welle stellt in jedem Moment unseren Gemütszustand dar. Wir emotionale Autoritäten kennen Situationen, bei denen wir eine Entscheidung im Nachhinein bereut haben, weil wir sie aufgrund eines emotionalen Hoch- oder Tiefgefühls gefällt haben. Am nächsten Tag überlegen wir: Habe ich wirklich das richtige getan? Nach einem weiteren Tag: Wie konnte ich nur so handeln? Und wir bereuen unsere Entscheidung. Ist zusätzlich das Milzzentrum definiert, müssen wir nochmal mehr drauf achten, dass wir uns nicht zu einer spontanen Entscheidung hinziehen lassen.

Die emotionale Welle wird charakterisiert durch ihre Erhöhungen und Täler. Wir sollen erst dann entscheiden, wenn wir unsere emotionale Welle durchlaufen haben. Das kann einige Tage dauern. 1 bis 3 Tage müssen wir uns im Durchschnitt gedulden. Wir sollten für uns herausfinden, wie lange es dauert, eine klare und authentische Entscheidung treffen zu können. Erst wenn wir ein Gefühl von Stärke und Klarheit hinter unserer Entscheidung empfinden, dürfen wir handeln. Für spontane Entscheidungen sind wir nicht geschaffen.

Im Beruf bekommen wir nicht immer diese Zeitspanne für Entscheidungen. Besteht der Kern unseres Jobs darin spontane Entscheidungen zu treffen? Dann ist es vielleicht nicht der richtige Beruf und wir fühlen uns ohnehin unwohl mit den Aufgaben, die an uns herangetragen werden.

Wenn wir nicht die Chance bekommen, über unsere Entscheidungen zu Schlafen, können wir die Meinungen von Kolleg:innen oder Vorgesetzen einholen. Auch wenn wir die Verantwortung für die Entscheidung selbst tragen müssen, nutzen wir so die Autoritäten weiterer Personen aus unserem direkten Umfeld. Besitzen wir jedoch die Möglichkeit, unsere emotionale Welle zu durchlaufen, sollten wir dies immer in Anspruch nehmen. Dabei darf es aber keinesfalls um persönliche Entscheidungen gehen. Niemand kann uns die Entscheidungen für unser Leben abnehmen. Dann ist warten angesagt.

Sehr wichtige Business-Entscheidungen oder auch solche, die unser Privatleben betreffen, bedürfen i.d.R. keiner spontanen Aktionen. Strategische Entscheidungen werden nicht von jetzt auf gleich getroffen. In Verhandlungen mit hohen Budgets wird nicht gefeilscht. Hier werden eher Win-Win-Entscheidungen getroffen bei denen keine Partei erwartet, dass eine spontane Entscheidung getroffen wird.

Zudem dürfen wir uns nie von Rabatten blenden lassen, die uns in einem übermotivierten Gemütszustand schmackhaft gemacht werden. Wir sollten in diesen Situationen erst mal tief durchatmen und innehalten. Dann dürfen wir ein paar Nächte drüber schlafen und zu einem späteren Zeitpunkt eine klare Entscheidung abgeben. Wer uns nicht die benötigte Zeit gewährt, der steht auch nicht in harmonischer Verbindung mit uns.

Sakrale Autorität im Beruf

Folge deinem Bauchgefühl! Das ist der Grundsatz der sakralen Autorität. Aber wie kommen wir auf die Spur unseres persönlichen Bauchgefühls. Das bedarf ein wenig Übung. Wir haben verlernt unser Körpergefühl zu spüren und wahrzunehmen. Techniken wie der Bodyscan oder Focusing (nach Gendlin) bringen uns wieder in Kontakt mit unserem Körpergefühl. Was wir aber verlernen dürfen ist, bei der Entscheidungsfindung auf unseren Verstand zu hören.

Bei der sakralen Autorität ist das Sakralzentrum definiert. Das Emotionszentrum ist immer offen. Dieses Zentrum befindet sich im Unterbauch. Dort dürfen wir verstärkt hinfühlen, wenn wir Entscheidungen treffen müssen. Der Bauch reagiert auf die Prozesse im Außen. Die Reaktion kann als sowas wie ein „Mhm“, ein Ja oder ein „N-n“, also ein Nein, hervortreten. Vielleicht fühlt es sich aber auch an wie ein zusammenziehen oder ausweiten o.ä.. Wir dürfen es spielerisch herausfinden. Erfolgt keine Reaktion, haben wir auch nichts mit der Sachlage zu tun und wir dürfen uns raushalten. Gerade im Business müssen wir uns nicht an allen Entscheidungen beteiligen, auch wenn wir das denken. Wenn der Bauch schweigt, dürfen wir das auch tun.

Milz-Autorität im Beruf

Die Milz fällt spontane Entscheidungen, die für uns die richtigen sind. Wir sprechen hier von Intuition. Auch wenn es sich erstmal sehr waghalsig anhört, wir können uns auf die Reaktion der Milz verlassen. Mut ist hier gefragt! Wir besitzen eine Milz-Autorität, wenn die Milz im Human Design Chart definiert ist und Sakral und Emotionen offen sind.

Wir können uns fragen: In welchen Berufen sind spontane Entscheidungen gefragt? Zum Beispiel als Disponent:in in einer Spedition, als Börsenmakler:in oder als Profi-Pokerspieler:in? Wo kannst du den Charakter deiner Entscheidungsfindung unter Beweis stellen?

Deine Milz macht sich als ein leises, schnelles Gefühl bemerkbar. Sie ist das flüsternde Zentrum. Die Milz reagiert aber nur einmal. Haben wir diesen Moment verpasst, müssen wir auf die nächste Chance warten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn sich die Sachlage verändert. Wichtig ist, die Führung der Milz kann sich ändern. Deshalb ist es notwendig, immer wieder zuzuhören, wenn sich die Umstände verändern. Dies können wir uns zum Vorteil machen, denn wir bekommen eine weitere Chance, die Reaktion der Milz wahrzunehmen. Unsere Aufmerksamkeit ist bei der Milz-Autorität gefragt, denn zu schnell rutschen wir in den Verstand, wo Entscheidungsprozesse fehl am Platz sind. Manchmal ist es auch eine Sinneswahrnehmung wie ein Geschmack im Mund, ein Geruch in der Nase oder ein inneres Gefühl. Auch hier dürfen wir spielerisch herausfinden, wie sich die Milz bemerkbar macht. Die Milz ist übrigens auch das Zentrum für Körperbewusstsein und Gesundheit. Entscheiden wir nicht nach den spontanen Reaktionen der Milz, kann sich das in unserer Gesundheit widerspiegeln.

Herz-Autorität im Beruf

Die Herz-Autorität betrifft alleine Projektoren oder Manifestoren. Besitzen wir die Herz-Autorität (auch Ego-Autorität genannt), steht unser eigener Willen im Mittelpunkt. Wir entscheiden mit dem Herzen und zwar nur für uns selbst. Das klingt im ersten Moment egoistisch. Dennoch wird uns niemand dieses Vorgehen übel nehmen. Es steht im Einklang mit einem natürlichen Miteinander. Wir dürfen authentisch nach unseren Werten und Visionen entscheiden.

Im Berufsalltag ist die Herangehensweise jedoch gar nicht so leicht. Durch die Vielzahl an offenen Zentren, die unser Human Design Chart aufweist, lassen wir uns durch Kolleg:innen oder Vorgesetzte schnell beeinflussen. Da wir um dieses Dilemma wissen, sollten wir bei Entscheidungssituationen innehalten und die Angelegenheit mit unseren inneren Werten und Zielen abgleichen. Stehen unsere Entscheidungen in Resonanz mit unserem Herzen, handeln wir authentisch.

Selbst-Autorität im Beruf

Mit der Selbst-Autorität (auch G-Center-Autorität genannt) entscheiden wir nach unseren eigenen Werten und Visionen des Lebens, ähnlich der oben beschriebenen Herz-Autorität. Alle Entscheidungen stehen damit idealerweise im Einklang mit unserer persönlichen Identität – mit unserem besten Selbst.

Im Beruf ist es sehr hilfreich, uns mit Menschen zu umgeben, die ähnliche Werte verkörpern. Wir sollten unser Arbeitsumfeld sehr bewusst wählen. Treten wir einen neuen Job an, haben wir vielleicht die Chance unsere Kolleg:innen im Rahmen einer „Probewoche“ kennenzulernen. Diese sollten wir unbedingt wahrnehmen. Zudem können wir recherchieren, ob die Unternehmenskultur, Produkte und/oder Dienstleistungen zu unseren eigenen Werten und Ansichten passen. Der Purpose, also das Warum eines Unternehmens, ist ebenfalls ein Indiz dafür, ob es zu unserer Identität passt.

Im Austausch mit unseren Kolleg:innen finden wir den richtigen Weg zu unserer Entscheidung, nicht durch Ratschläge, sondern durch unsere eigenen verbalen Beiträge. Unser innerer Kompass zeigt uns den richtigen Weg. Deshalb sollten wir uns bei Reden genauso gut zuhören, wie unseren Gesprächspartner:innen. Zudem ist es wichtig, unser Gefühl für den entsprechenden Sachverhalt zu erspüren. Haben wir ein gutes Gefühl mit dem was wir von uns geben? Dann wird es die richtige Entscheidung sein.

Mentale Autorität im Beruf

Die mentale Autorität ist nur bei bestimmten Projektoren zu finden. Entweder sind Anja- und Kehlzentrum oder Ajna- und Kronenzentrum definiert. Wir reden bei der mentalen Autorität nicht wirklich von einer inneren Entscheidungsfunktion.

Es geht, wie bei der mentalen Autorität darum, uns mit wohlgesonnenen Menschen auszutauschen und uns selbst zuzuhören. Auch hier sollten wir nicht die Ratschläge von anderen annehmen, sondern unvoreingenommen zuhören, auch uns selbst. Unsere Gesprächsparter:innen sollten uns dabei genügend Raum geben, damit wir den Dialog in uns aufnehmen können. Danach ziehen wir uns zurück, um die Eindrücke zu verarbeiten. So finden wir unsere eigene innere Wahrheit. Wird uns dieser Raum verwehrt, müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht von anderen Meinungen und Ansichten beeinflussen lassen. Wir haben immer noch unseren eigenen Kopf, dem wir genügend Zeit lassen dürfen, bis alle Informationen verarbeitet sind.

Mond-Autorität im Beruf

Reflektoren haben keine innere Autorität. Alle Zentren des Human Design Charts sind offen. Wir sprechen jedoch von der Mond-Autorität, da der Mondzyklus die einzige wahre Entscheidungshilfe für uns ist. Innerhalb eines Mondzyklus sind wir maximal wandelbar. So unbeständig sind auch unsere Gemütszustände um Entscheidungen zu treffen. Ein Tag würden wir so entscheiden, am nächsten Tag so. Bei wichtigen Entscheidungen, die uns betreffen, sollten wir uns einen Mond-Zyklus, also 28 Tage für die finale Entscheidung Zeit lassen. Dazu reflektieren wir die vergangenen Tage und wählen weise.

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